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Äußerung zur queerfeindlichen Tat am Albaniplatz 

Zu sehen ist auf der rechten Seite eine Treppe, deren Stufen in Regenbogenfarben angemalt sind. Links daneben befindet sich eine Mauer und einer Gedenktafel mit der Aufschrift "Wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen" -Heinrich Heine.
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In der Nacht zum Mittwoch, den 3. Juni, wurde die „Regenbogentreppe“ am Albaniplatz mit einer Deutschlandflagge übermalt. Parolen mit Beleidigungen gegen LGBTQ* und ablehnende Sticker wurden hinterlassen. Die Gedenktafel an die 1933 stattgefundene Bücherverbrennung am Albaniplatz wurde mit Beleidigungen beschmiert.1,3 

Viele traf diese Tat tief. 

Für uns ist die Message davon klar: 
Wenn du schwul, trans* oder irgendwie „anders“ bist, sollst du dich nicht als selbstverständlicher Teil dieser Gesellschaft fühlen. 
Dann gehörst du nicht nach Deutschland. 
Dann sollst du in Deutschland nicht mehr sicher sein. 

Bei so einer Symbolik handelt es sich nicht um einen belanglosen Fall von Vandalismus und auch nicht um einen unglücklichen Einzelfall. Die Tat ist Ausdruck eines größeren, gesamtgesellschaftlichen Phänomens. 
Seit Jahren nehmen die Angriffe auf die Grundwerte unserer Demokratie zu. Unterschiedliche Personen werden aufgrund ihrer (vermeintlichen) Kultur, Religion, Hautfarbe oder Fähigkeiten stigmatisiert, diskriminiert und Opfer von Gewalt. Ebenso steigen die Angriffe, die explizit gegen queere Menschen gerichtet sind, seit Jahren.2

Vor diesem Hintergrund treffen auch symbolische Angriffe wie dieser bei vielen queeren Personen einen Nerv.
Denn solche Botschaften stehen nie für sich allein. Sie erinnern an eigene Erfahrungen mit Ausgrenzung, Anfeindung oder Gewalt.
Queer zu sein heißt für viele auch heute noch, Angst zu haben. 
Heißt, sich bei jeder Person neu die Frage zu stellen, ob man akzeptiert wird. 
Ob man sicher ist.
Wenn so ein Angriff passiert, wächst diese Angst.
 

Deshalb ist die Tat nicht nur eine Schmiererei auf Metall und Stein. Sie ist ein Angriff auf die gesellschaftliche Teilhabe und die Sicherheit queerer Menschen. 

Wir bedanken uns deshalb bei den Schüler*innen und der Lehrkraft des Max-Planck Gymnasiums, welche sofort gehandelt und die Regenbogenflagge wieder hergestellt haben. Ein wichtiges Signal dafür, dass diese Tat nicht toleriert wird. Erfreulicherweise haben auch der AStA und weitere Gruppen dazu Stellung bezogen. Wir begrüßen dass lokale, sowie überregionale Medien die Tat thematisierten und klar als queerfeindliche, antidemokratische Tat benennen konnten. 

Wir begrüßen, dass auch die Polizei Göttingen in ihrer Pressemitteilung zu der Tat erklärt hat, dass sie sich unermüdlich für ein demokratisches und respektvolles Zusammenleben und somit explizit gegen Queerfeindlichkeit und jede andere Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit einsetzen werde.3 
Dennoch hat uns die Pressemitteilung der Polizei Göttingen auch enttäuscht. Die Pressemitteilung wirkte, als sei die Polizei Göttingen überrascht davon, „dass sich Schmierereien in Göttingen jetzt auch gegen queere Menschen richten“.3 
Nach den steigenden Angriffen auf queere Menschen bundesweit, wie auch in Göttingen, sollte die Polizei nicht über weitere Angriffe in anderer Form überrascht sein. 
Wir wünschen uns von der Polizei Göttingen, dass sie die queerfeindlichen Angriffe eingebettet in gesamtgesellschaftliche Bewegungen und nicht als unvorhergesehene Einzeltaten versteht. 

Wir begrüßen es, dass sich die Bürgermeisterin, sowie weitere Politiker*innen deutlich zu der Tat geäußert haben. Wir freuen uns, dass die Stadt Göttingen die Aufklärung der Tat ernst nimmt und im Zuge dessen eine hohe Summe für Hinweise auf die Täter*innen ausgeschrieben hat.

Taten wie diese zeigen uns erneut, dass es an der Zeit ist, solidarisch zu sein und Haltung zu zeigen. 
Denn Göttingen ist und bleibt vielfältig, voller Vergangenheitsbewusstsein und solide demokratisch. 

Quellen:
1: https://www.goettingen.de/portal/meldungen/stadt-verurteilt-rechtsradikale-schmierereien-am-albaniplatz-und-wird-anzeige-erstatten-900005117-25480.html (Aufgerufen am 05.06.26)
2: https://de.statista.com/infografik/36202/queerfeindliche-hasskriminalitaet-in-deutschland/ (Aufgerufen am 05.06.26) 
3: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/119508/6287854 (Aufgerufen am 05.06.26)
4: https://www.goettingen.de/portal/meldungen/rechtsradikale-parolen-5-000-euro-fuer-hinweise-auf-die-taeter-innen-900005123-25480.html?rubrik=900000003 (Aufgerufen am 05.06.26)

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