Landesnetzwerk

Lokale Projekte

Der Jahresrückblick 2025 von SCHLAU Göttingen

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Januar und Februar

Im Januar und Februar waren wir mit Workshops in Göttingen, Einbeck und Duderstadt vertreten und konnten dadurch nicht nur in unserer Stadt, sondern auch in unseren zwei nächsten Landkreisen Workshops zur geschlechtlichen, romantischen und sexuellen Vielfalt geben.

Den Auftakt ins neue Jahr durften wir dieses Jahr mit einer „Schule der Vielfalt“, dem Hainberg Gymnasium, begehen. Der Workshop hat den Schüler:innen und uns viel Spaß gemacht. Die Motivation, die unsere Ehrenamtlichen dort tanken durften, machte den Start in ein arbeitsreiches Jahr etwas leichter für uns.
Im Januar startete zudem unsere neue Projektkoordination Hannah, Anfangs noch auf Minijob-Basis, arbeitet Hannah nun als Werkstudi und trägt mit 20 Wochenstunden unser Tagesgeschäft.
Aufregende Neuigkeiten erreichten uns am Anfang des Jahres auch dadurch, dass wir im Büro des VNB e.V. Göttingens einen eigenen Schreibtisch bekamen. Ein kleiner Meilenstein für unsere Projektkoordinationen, die nun nach jahrelanger Arbeit nicht mehr zwischen dem LSG, dem SJR, dem Queeren Zentrum und den privaten Wohnungen von Ehrenamtlichen hin- und herlaufen muss, um notwendige Materialien zusammenzusuchen. Der feste Arbeitsplatz gab uns dieses Jahr eine neue Struktur und eine bessere Arbeitsatmosphäre. Wir hatten die Chance Gäst*innen gebührend empfangen zu können und im Arbeitsalltag in einem engen Kontakt mit unseren VNB-Kolleg*innen sein zu dürfen.

Wir besuchten in den ersten Wochen des Jahres auch die Jugendpflege des Landkreis‘ Northeims, wo wir uns und unsere Arbeit vorstellen durften. Der Austausch Vorort ermöglichte uns, den Schulen aus dem Landkreis NOM bei der Finanzierung unserer Workshops zu unterstützen. So haben Schulen dort nun die Möglichkeit unsere Workshopkosten über den Landkreis zu bezahlen.
Im Februar durften wir außerdem an einem spannenden Projekt, dem Labor – Politiken der Reproduktion teilnehmen, einem Raum, der den Austausch zwischen verschiedensten Gruppen in Göttingen, Studierenden und Dozierenden der Universität Göttingen ermöglicht.

März und April

Workshops fanden statt in: Duderstadt und Göttingen.

Unser erstes Landeskoordinationstreffen durch SCHLAU Niedersachen fand dieses Jahr Anfang März in Braunschweig statt. Wir besuchten das Onkel Emma, tauschten uns mit den Koordinationen der anderen Projekte aus und besprachen Ziele und Herausforderungen des Jahres. Die Neue IGS dürfen wir seit März als feste Kooperationspartnerin bei uns begrüßen. Dadurch können wir regelmäßige Workshops in verschiedenen Jahrgangsstufen durchführen, wodurch wir unser Wissen nicht nur weitergeben, sondern auch verfestigen können. Wir erhoffen uns dadurch für die Schüler*innen einen nachhaltigeren Lerneffekt und eine Verbesserung der Atmosphäre für queere Menschen. Mitte April durfte unser Team sich bei ihrem jährlich stattfindenden Methodentag weiterbilden. Wir nutzten den Tag, um über die Begriffe zu sprechen, die wir in die Schulklassen tragen: Wie erklären wir Bi*sexualität? Wollen wir das TSG (weiterhin) thematisieren und wenn ja, wie? Welche Methoden brauchen Erweiterungen bezüglich Geschlechtsidentität oder romantischer Vielfalt? Als Mitglied waren wir zudem bei der Vollversammlung des Stadtjugendrings vertreten, wo wir uns mit anderen Verbänden der Jugendarbeit in der Stadt austauschen können und setzten dort zusammen die erste Impulse für das im Herbst stattfindende „Jugend in Aktion“. Ende April mussten wir leider ein Urgestein von SCHLAU Göttingen aus dem Team verabschieden – nach über 10 Jahren schlauer Arbeit bedanken wir uns bei unserem Freund Alex und wünschen ihm alles Gute!

Mai und Juni

Workshops fanden statt in: Göttingen, Bad Lauterberg, Duderstadt und Dassel.

Im Mai durften wir mit dem Landkreis Göttingen den IDAHOBITA begehen. Zusammen mit den queeren Verbänden in Göttingen machten wir auf die zunehmende Transfeindlichkeit und dem Erstarken von rechten Meinungen an Schulen aufmerksam.
In diesem Monat startete zusammen mit dem Stadtjugendring die Planung für „Jugend in Aktion“. Eine Aktion, die aus der Beobachtung entstand, dass es wenig kostenlose Freizeitangebote für Jugendliche in der Stadt gibt und, dass über die Jahre auch mehr wegfällt. Wir denken, dass Jugendliche mehr Möglichkeiten brauchen, sich zu treffen, etwas gemeinsam zu machen oder gemeinsam an etwas zu wirken, ohne dabei Geld ausgeben zu müssen. Junge Menschen leiden zunehmend an Einsamkeit. Gleichzeitig fallen immer mehr unentgeldliche Orte und Freizeitaktivitäten weg, die es ihnen ermöglichen, neue Kontakte zu knüpfen. Für den Tag wollten wir ein Zeichen setzen, wir fordern, dass Jugendliche mehr Raum in der Stadt und in der Politik einnehmen dürfen. Letztlich würde es eine demokratische Haltung stärken, wenn alle Altersgruppen der Gesellschaft ernstgenommen werden und Raum haben, sich zu verwirklichen.
Durch das Queere Zentrum erhielt unser Projekt die Möglichkeit, sich zum Thema „Konflikthafte Situationen in Gruppen“ weiterzubilden. Dort lernten wir Kommunikationstechniken, die am ehesten zu konstruktiven Gesprächen führen und wurden für die Prävention von Konflikten sensibilisiert.
Kurz darauf fand dann auch das Girls Kick Mädchenfußballturnier in Göttingen am 20. Mai statt. Wie letztes Jahr auch, nahmen wir teil und boten den Sportler*innen in ihren Spielpausen Unterhaltung mit Eierlauf, Perlenarmband-Basteln und unserem Flaggenmemory. Beim DIES stellten wir uns mit dem gleichen Angebot interessierten Studierenden vor und warben für unser Ehrenamt.
Den Juni konnten wir schließlich beim Sommerfest des Nachbarschaftszentrums Holtenser Berg ausklingen lassen.
Unsere Stand-Saison war aber noch lange nicht beendet.

Juli und August

Workshops fanden statt in: Göttingen.

Wie jedes Jahr nutzen wir die Sommerferien, um mit allen Ehrenamtlichen am sogenannten Werkstatt-Wochenende Methoden durchzugehen, zu üben und Ziele zu besprechen. Dieses Jahr arbeiteten wir vor allem an einem Handout in Form eines Flyers, den wir zukünftig nach unseren Workshops an die Schüler:innen verteilen möchten. Dadurch erhoffen wir uns eine verstärkte Ergebnissicherung. Außerdem wollen wir Verständnisproblemen nach unseren Workshops vorbeugen: Da wir nur kurz da sind, schaffen es nicht immer alle Schüler*innen ihre Nachfragen an uns loszuwerden. Das wichtigste können sie jetzt nachlesen. 🙂
Wie immer liefen wir auch am 16.08.25 auf dem CSD-Festumzug mit. Dieses Jahr freuten wir uns besonders, da es wieder ein Straßenfest gab, an dem wir mit unserem kleinen Stand teilnehmen konnten. Später erreichte uns die erschreckende Nachricht von dem Böller-Wurf und den Beleidigungen von CSD-Teilnehmenden. Ein trauriges Signal dafür, wie nötig CSDs und Demos immer noch sind.

September und Oktober

Workshops fanden statt in: Göttingen.

Im Herbst durften wir uns bei einem Workshop von Sophia Leson zum Thema Sexualpädagogik weiterbilden. Als Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekt bieten wir zwar ausdrücklich keine Workshops zu Sexualpädagogik / -aufklärung an, doch uns begegnen immer wieder Fragen von Schüler:innen zu dem Thema. Wir gehen in der Regel kurz darauf ein und bringen es auf eine allgemeinere Ebene. Trotzdem half uns der Workshop, um in Zukunft noch adressat*innengerechter auf Fragen einzugehen und das Thema Sex nicht zu tabuisieren.
Mitte September durften wir an einem verregneten Vormittag bei Jugend in Aktion mit unserem Stand dabeisein. Wir hoffen, vielen Jugendlichen Mut gemacht zu haben, sich zu engagieren, sich gegen Queerfeindlichkeit stark zu machen und zu zeigen, dass es Ehrenämter und Freizeitangebote für Jugendliche gibt, die auch Anschluss an eine Community suchen.

Bei der diesjährigen Landesvernetzung von allen SCHLAU-Projekten aus ganz Niedersachsen, die SCHLAU Hannover ausrichtete, hatten wir wieder viel Platz für Austausch zwischen den Projekten und konnten miteinander über aktuelle Herausforderungen sprechen. Außerdem wurden zwei Fortbildungen angeboten, einmal zur Differenzsensibilität und zu critical whiteness. Wir sind dankbar für jede Gelegenheit, uns kostenlos fortbilden zu können, damit unsere Workshops und unser Ehrenamt für alle offen ist. Die Landesvernetzung wird jährlich von einem SCHLAU Projekt ausgerichtet und durch SCHLAU Niedersachsen, unserem Landesverband, betreut und finanziert. In 2026 kommt die Landesvernetzung dann in unsere Stadt!
Ende Oktober stellten wir uns bei der Sowi-O-phase den Erstsemestern vor und planten unser Angebot für die Alternative O-Phase.
Mit dem Landeskoordinationstreffen, bei dem sich die Projektkoordinationen der Lokalprojekte mit Vertreter*innen des Landesverbands NDS treffen, wuchs dann durch den Austausch vorort unser Wunsch, die bisherige Workshop-Planung in Göttingen zu verändern. Wir möchten mehr Schulen die Möglichkeit geben, bei uns Workshops anzufragen ohne gleichzeitig unsere Ehrenamtlichen unter Druck zu setzen, daher gibt es nun eine Maximalanzahl an Workshops die wir im Monat leisten. Das soll dazu führen, dass Workshops sich gleichmäßiger auf das Jahr verteilen und wir eine verbesserte Jahresplanung erreichen.

November und Dezember

Workshops in Bad Gandersheim

Anfang November fand dieses Jahr kein normaler Einstiegsabend im Rahmen der Queeren Kulturtage und der Alternative O-Phase statt. Dieses Jahr boten wir einen Austausch zum Thema „Queerness in der Schulzeit an“. Wir diskutierten über Queer-AGs; erzählten uns von ehemalige Lehrkräfte, die uns in unserer Schulzeit halfen und sprachen offen über Diskriminierung, die wir erleben mussten.
Ende des Jahres gingen wir außerdem zur Mitgliederversammlung des Stadtjugendrings und zum Gruppenleitungstreffen des Queeren Zentrums. Zwei Gelegenheiten, bei denen wir uns mit anderen Verbänden der Jugendarbeit und anderen queeren Gruppen austauschten konnten. Dieser Austausch ist uns als Projekt sehr wichtig, da in der alltäglichen Arbeit manchmal untergeht, wie viele coole Ideen und Projekte unsere Stadt zu bieten hat und wie viele Leute stetig daran arbeiten, einen sichereren Ort für queere und junge Leute anzubieten.

Wir sind zum neuen Jahr sehr dankbar für alle SCHLAU-Teams in Niedersachsen, die queere Themen in die Schulen bringen. Besonders aber für unsere Ehrenamtlichen in Göttingen. Ohne sie wäre unsere Arbeit nicht möglich. Das Ehrenamt ist sehr anspruchsvoll und zeitintensiv; umso schöner ist es, zu sehen, wie viel Energie unser Team für die Workshops hat und wie viel Engagement in immer neuen Ideen und Zukunftsvisionen stecken.

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