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Wir machen queere Aufklärungsarbeit, aber was heißt eigentlich „queer“?

Es gibt den Text in zwei Versionen. Diese Version ist in schwerer Sprache.  

Der Begriff queer, was auf Deutsch so viel wie verrückt oder verquer bedeutet, war im Englischen zuerst eine abwertende Fremdbezeichnung vor allem für schwule Personen.1,2 In den 80er Jahren eigneten Aktivist*innen in den USA sich den Begriff an und gebrauchten queer als eine positive Selbstbezeichnung. 1,2,4 

Schwule und Lesben of Color, Bisexuelle und trans Aktivist*innen (of Color) brachten mit queer zum Ausdruck, dass sie von dem, was in der Gesellschaft vorherrschte, was als üblich, akzeptabel oder wünschenswert galt, abweichten. In der damaligen Repräsentation von „der“ Lesbe und „dem“ Schwulen lag der Fokus auf nicht-trans, exklusiv homosexuell und in der Regel weiß und mittelständischen Personen.2 Die damalige Frauenbewegung positionierte sich häufig gegen trans Frauen und die Lesben- und Schwulenbewegung war vor allem von und für weiße Personen.2 Schwule und Lesben of Color, Bisexuelle und trans Personen (of Color) benutzen den Begriff queer, um aufzuzeigen, dass sie auch innerhalb der LGBT-Gemeinschaft abgegrenzt und unsichtbar gemacht worden waren. 

Ab den 90er Jahren wurde der Begriff queer auch an Universitäten etabliert. Zum Beispiel in den Queer Studies oder der Queer Theory, welche Identitäten und Normen mit Augenmerk auf Geschlecht, Sexualität, Klasse, „Race“ und Behinderung untersuchten.Diese Wissenschaften existieren auch noch in der Gegenwart. 

Heute wird queer inner-und außerhalb Deutschlands meist als Eigenbezeichnung verwendet.1,3 Queer kann als Alternative zum Über- und Sammelbegriff LGBTQIA+verstanden werden.Dabei ist wichtig zu beachten, dass aus unterschiedlichen Gründen nicht jede Person der LGBTQIA+-Gemeinschaft auch queer genannt werden möchte.4,5 

Queer hat noch eine weitere politische Bedeutung, welche nicht zwangsmäßig mit LGBTQIA+ zu tun hat und auch nicht von jeder queeren LGBTQIA+-Person mitgemeint ist. Queer kann implizieren, dass gesellschaftliche Normen hinterfragt und strikte Kategorien abgelehnt, verwischt oder aufgebrochen werden.2,4 Queerkann eine aktivistische und intersektionale Perspektive auf Diskriminierungsformen wie Sexsismus, Rassismus, Klassismus, Ableismus und Queerfeindlichkeit ausdrücken.4 

Quellen

https://queer-lexikon.net/2017/06/08/queer/ (Aufgerufen: 23.11.2025). 

2 Queer Theory: identitäts- und machtkritische Perspektiven auf Sexualität und Geschlecht, Mike Laufenberg, Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, 2019 B. Kortendiek et al. (Hrsg.), Handbuch Interdisziplinäre Geschlechterforschung, Geschlecht und Gesellschaft, https://doi.org/10.1007/978-3-658-12496-0_34 

3 https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/themen/gleichstellung/queerpolitik-und-geschlechtliche-vielfalt/lsbtiq-glossar-zur-sexuellen-und-geschlechtlichen-vielfalt-256152 (Aufgerufen: 23.11.2025) 

https://queermed-deutschland.de/glossar/queer/ (Aufgerufen: 06.12.2025) 

https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/queer-2025/ (Aufgerufen: 06.12.2025) 

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